Bilingualität

Bilungualer Unterricht

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Was bedeutet “bilingual”?

Schülerinnen und Schüler  lernen zunächst verstärkt Englisch und beginnen  später damit, Englisch auch in anderen Fächern zu verwenden. Der Fachunterricht in Englisch setzt sich fort bis zum Abitur.

Englisch wird also nicht nur als herkömmliches Unterrichtsfach gesehen, sondern nach und nach auch als Unterrichtssprache in anderen Fächern eingesetzt. Dabei handelt es sich u. a. um PGW, Geschichte, Geographie oder Biologie, Darstellendes Spiel und Chemie. Ohne zusätzliche Stunden werden in Klasse 6 Sport oder Kunst und Biologie auf Englisch unterrichtet.

Alle  übrigen Fächer werden in deutscher Sprache unterrichtet. Daher also: “Lernen in zwei Sprachen”.

Was spricht für “bilingual“?

Die englische Sprache ist heute die wichtigste Sprache der Weit. Dies gilt für Touristen wie für Wissenschaftler.

Ohne gute Englischkenntnisse ist heutzutage ein Studium (auch z.B. Jura, Medizin oder Chemie) kaum noch möglich.

In vielen Berufen, in denen unsere Abiturienten tätig sein werden, sind erweiterte Englischkenntnisse entschieden von Vorteil.

Die Schüler mit bilingualer Ausbildung erhalten ein Zertifikat, so dass sie bei Bewerbungen etwas Besonderes vorlegen können.

Die vertiefte Beschäftigung mit dem englischen Sprachraum und seinen Kulturen führt zum kritischen Vergleich mit unseren eigenen Erfahrungen und Sehweisen.

Unser Schüleraustauschprogramm mit den Partnerschulen in den USA profitiert von der höheren Sprachkompetenz vieler unserer Schüler.

Was passiert im jeweiligen Schuljahr in einer bilingualen Lerngruppe?

Ab Klasse 7 können sich Schülerinnen und Schüler in das bilinguale System nach Beratung durch die Lehrkräfte einwählen. Der erweiterte Englischunterricht beginnt in Klasse 5 mit dem Jahrgang 2005 / 2006. Das bedeutet, dass wir langsam in das System hineinwachsen.

Jahrgang

Bilinguale Fächer

Bemerkungen
5 und 6
  • Verstärkter Englischunterricht
1 Stunde zusätzlich
6
  • Physical Education or Art or Biology
7
  • History
Dreistündig1 Stunde zusätzlich
8
  • History
  • Geography
  • Drama (Wahlpflichtbereich)
1 Stunde zusätzlich
9
  • Politics, Social Studies, Economics
  • Geography
  • Biology
  • Drama
1 Stunde zusätzlich
10
  • PSE, Geography,
  • Drama
  • Biology, Chemistry
  • Cambridge First Certificate
1 Stunde zusätzlich
11 und 12
  • PSE, Economics, Geography, History, Biology
  • Internationale Zertifizierung
  • Proficiency Exam
Schüler wählen mindestens einen Kurs innerhalb der Profiloberstufe

Außerhalb des bilingualen Kernbereichs werden fremdsprachige Module in einzelnen Sachfächern angeboten.

Wie sieht der bilinguale Fachunterricht aus?

Sprache

In allen Fächern ist die Unterrichtssprache Englisch, zusätzlich wird auch das deutsche Fachvokabular vermittelt. Im Politikunterricht kann es inhaltlich bedingt, zu Phasen in deutscher Sprache kommen. Die sprachliche Richtigkeit ist zu Beginn nicht ausschlaggebend, im Vordergrund steht die Kommunikative Kompetenz in der englischen Sprache aus der sich im Laufe der Zeit die sprachliche Richtigkeit entwickelt.

Bücher

Nur wenige Fächer sind mit bilingualen Lehrwerken, die an die Rahmenpläne angepasst sind, versorgt. Als Grundlage für die unterrichtenden Lehrer stehen Schulbücher aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie spezielle Arbeitshefte für den bilingualen Fachunterricht zur Verfügung.

Mit diesen Grundlagen erstellen die Lehrer viele Arbeitsblätter selbst und können so die Inhalte an den Hamburger Bildungsplan anpassen.                                   

Lehrerinnen und Lehrer

Die Fachlehrer im bilingualen Zweig sind reguläre Englischlehrer, die auch ihr zweites Fach nun in englischer Sprache unterrichten. Auf Fortbildungsveranstaltungen werden landesweit Erfahrungen ausgetauscht.

Benotung

Die meisten bilingualen Fächer sind so genannte Kurzfächer (in der Sek. I). Im Vordergrund steht eindeutig das fachliche Können. Die Leistung im sprachlichen Bereich findet aber Berücksichtigung.

Was ist bei der Entscheidung für „bilingual“ zu bedenken?

Prinzipiell ist jedes Kind, das die Voraussetzungen für den erfolgreichen Besuch eines Gymnasiums erfüllt, im bilingualen Zweig willkommen; wir beraten Sie gerne.

Der bilinguale Unterricht setzt keineswegs das Sprachengenie voraus!

Eine Teilnahme ist sinnvoll für jeden durchschnittlich für das Erlernen einer Fremdsprache begabten Schüler, der Interesse an den beteiligten Fächern und an Sprachen bzw. an der sprachlichen Artikulation

allgemein mitbringt. Neben einer entsprechenden Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer sollte daher die Bereitschaft vorhanden sein, außer dem zusätzlichen Fachvokabular auch die zeitliche Mehrbelastung zu bewältigen, die sich aus der erhöhten Wochenstundenzahl, aber auch aus dem Unterricht selbst ergibt (z.B. durch Entschlüsselung authentischer Texte oder zeitaufwendigem Erstellen eigener Texte etc.). Sollte sich im Lauf des bilingualen Unterrichts herausstellen, dass diese Voraussetzungen wider Erwarten nicht erfüllt sind, ist ein Wechsel in den Normalzug möglich. Gute Leistungen im Bereich der Muttersprache haben sich als ideale Voraussetzung für den bilingualen Zweig erwiesen.

Wichtig: es findet in den Klassen 5 und 6 kein allgemeiner Förderunterricht in Englisch statt, sondern eine Vorbereitung auf die sprachlichen Anforderungen des Fachunterrichts ab Klasse 7.

Wir sind nicht das einzige Gymnasium, das bilingual unterrichtet. In Hamburg gibt es z. Zt. etwa 12 weiterführende Schulen, die einen solchen Zweig aufbauen oder bereits langjährige Erfahrungen aufweisen können.

Der bilinguale Bildungsgang umfasst die Klassen 5 bis 12. Die Anmeldung für den bilingualen Zweig gilt zunächst für die ersten 4Jahre (Sekundarstufe 1). Sollte ein Wechsel in eine Regelklasse nötig werden (z.B. bei einem Schulwechsel), entstehen keine Probleme: die Stundentafel und der Unterricht in den anderen Fächern sind grundsätzlich in allen Parallelklassen gleich. Zu Beginn der Oberstufe wird die Entscheidung für “bilingual” überdacht. Mit dem Abiturzeugnis wird die besondere Abschlussqualifikation bestätigt.

 

Übrigens: Die anderen Sprachen sind nicht im Nachteil. jeder Schüler unserer Schule muss sich in Klasse 6für Latein oder Französisch entscheiden und kann ab Klasse 8 eine dritte Sprache wählen, ab Klasse 10 sogar noch zusätzlich Spanisch oder Russisch. Die Möglichkeiten an angebotenen Arbeitsgemeinschaften in Chinesisch, Arabisch u .a.  teilzunehmen sind unbenommen.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit bilingualen Zweigen?

An vielen Schulen in Deutschland gibt es seit vielen Jahren bilinguale Zweige, die zwischenzeitlich bilanziert und ausgewertet worden sind:

Am Ende der Klasse 6 zeigt sich ein deutlicher Vorsprung im Fach Englisch, der allgemeine Leistungsstand der Schüler bleibt vergleichbar. Im bilingualen Fachunterricht zeigt sich das gesamte Notenspektrum. Bilingualer Unterricht ist also “völlig normal”. Fachlich lässt sich das allgemeine Niveau erreichen, in sprachlicher Hinsicht spüren Eltern, Schüler und Lehrer eine höhere Kompetenz im Lesen, Verstehen, Schreiben und Sprechen.

Autor:

T. Cohrs-Ulbricht

Letzte Aktualisierung:

9. April 2012