Philosophie

Philosophie ist der Versuch, die Natur der Dinge zu erforschen. Dabei eröffnen sich dem Philosophen Abgründe, die er zu überwinden genötigt ist, wenn er ans Ziel gelangen möchte. Um die Wahrheit zu ergründen, unternimmt der Philosoph oft „Denksport-Übungen“. Worüber denkt er dann nach? Könnte es sein, dass mein ganzes Leben nur ein Traum ist? Was macht Dinge richtig oder falsch? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was ist real? Woher weiß ich, dass ich ICH bin? Was wäre der Mensch ohne Zeit? Das sind philosophische Fragen. Sie gehören zu den bedeutendsten und spannendsten Fragen, die jemals gestellt wurden. Es sind Fragen, mit denen sich die Menschen bereits seit tausenden von Jahren beschäftigen. Das Fach Philosophie soll dazu anregen, neu zu denken, Dinge zu hinterfragen und vor allem das eigene Urteilsvermögen zu schulen. In diesem Zusammenhang wird die Fähigkeit vermittelt, auf elementare Fragen des Menschseins und der persönlichen Lebensführung eine Antwort zu finden bzw. gesellschaftliche Debatten und persönliche Erfahrungen kritisch zu überprüfen.
(A. Enders)

Stufenübersicht

UnterstufeMittelstufeOberstufe
Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs haben – im Bereich „Technik“ zum Thema „Wer bin ich?“ – die Möglichkeit zum Philosophieren. Im Rahmen der Begabtenförderung findet für ausgewählte Schülerinnen und Schüler ein kooperatives Projekt mit der Grundschule Burgunderweg schon in den Jahrgängen 4/5 zum Schwerpunkt „Natur“ und fortgeführt in 5/6 zum Schwerpunkt „Mensch“ statt.

Philosophieren über die Natur in Klasse 4 und Klasse 5 (PhiNa)

Projektbeschreibung:
Das Projekt PhiNa fördert im Rahmen der Begabtenförderung an unserer Schule Kinder in den Klassen 4 und 5. Die Schülerinnen und Schüler werden unterstützt, kreativ und logisch-begründend zu denken. Im Mittelpunkt dieser einmal in der Woche stattfindenden Doppelstunde stehen daher das Selber-Denken, Miteinander-Denken und Weiter-Denken zu bestimmten Themen.
Die Themen werden aus dem Bereich der Biologie ausgewählt. Beispielsweise philosophieren die Kinder über das Thema „Verwandtschaft“ und überlegen, ob Krokodile und Hennen verwandt sein können. Was bedeutet überhaupt der Begriff „Verwandtschaft“? Oder: Woher weiß der Apfelkern eigentlich, das er ein Apfelbaum werden soll?
Ein weiteres Thema, mit dem die Kinder sich auseinandersetzen, wäre zum Beispiel das Philosophieren über die „Natur“. Das Nachdenken über die Natur hat einen wichtigen Stellenwert, denn was Natur eigentlich ist, wie sie sich ein- oder abgrenzt, lässt ist eine offene Frage und wird beim genaueren Hinsehen zunehmend ungewiss.
Was gehört alles zur Natur? Ist Natur das Gute und Schöne: Blumen, Wald und Wiesen? Das Gesetzförmige und Konstante, das Ewige und Unveränderliche: Sonne, Mond und Sterne, Tag und Nacht, Ebbe und Flut? Ist Natur das Bedrohte, Sterbende von Menschen scheinbar Beherrschte: Ozonloch, Waldsterben, Artensterben? Oder das Unberechenbare, Bedrohliche, Gefährliche, Zerstörerische: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Lawinen, Steinschlag, Flutkatastrophen, Blitz und Donner, Waldbrände, Bakterien und Viren, Krankheit und Tod? Gehört der Mensch zur Natur, oder steht er außerhalb der natürlichen Welt? Bestimmt die Natur über uns, oder bestimmen wir über die Natur, können Tiere glücklich sein?
Das sind nur einige Fragen, die man sich in den Phi-Na Stunden zu diesem Thema stellen kann.
(K. Büchel)

Philosophieren zum Thema „Mensch“ in den Jahrgängen 5/6

Der Philosoph John Locke hat bereits vor 300 Jahren festgestellt, dass schon jüngere Kinder sehr viele Warum-Fragen stellen, durch die sie den Dingen der Welt auf den Grund gehen wollen: Warum müssen alle Menschen sterben? Warum ist ein Tisch ein Tisch? Warum lässt sich die Zeit nicht anhalten? Warum weiß ich, dass ich Ich bin? Wie kann ich wissen, ob ich wache oder träume?
Denn Kinder staunen nun mal über viele Dinge in der Welt, und ihre bohrenden Fragen betreffen nicht nur den Bereich menschlichen Handelns.
Philosophieren bietet gerade besonders begabten Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten, sich zu entfalten und komplexe Gedankengänge zu entwickeln. Der Tätigkeit des Weiterfragens soll besondere Bedeutung eingeräumt werden. Sie soll dazu anregen, neu zu denken und vor allem das eigene Urteilsvermögen zu schulen.
Die Inhalte des Philosophierens orientieren sich an den Fragen des deutschen Philosophen Immanuel Kant:

  • Was kann ich wissen?
    • das Ich (z.B. Wo und was ist das Ich? Was brauchen wir, um Ich zu sein? Was macht mich unverwechselbar?)
    • Träume und Denken (z.B. der nächtliche Traum, der Tagtraum, vom Träumen zum Handeln)
    • Erinnern und Vergessen (z.B. Woran kann ich mich erinnern? Was ermöglicht Erinnerung hinsichtlich der gelebten Zeit? Wie zeigt sich Vergessen im Alltag? Warum vergesse ich?)
  • Was soll ich tun?
    •  Regeln des Zusammenlebens (z.B. Welche Regeln gibt es? Warum braucht eine Gemeinschaft Regeln? Wie begegne ich Anderen?)
    • Freundschaft (z.B. Wie finde ich Freunde? Was mache ich, wenn ich einen Freund verliere?)
  • Was darf ich hoffen?
    • Wünsche und Hoffnungen (z.B. Wie sieht meine Traumschule aus? Kann ich aus meinen Fehlern lernen? Wie stelle ich mir die Zukunft vor?)
    • Angst (z.B. Wie äußert sich Angst? Wovor haben Menschen Angst?)
    • das Böse (z.B. Was ist böse? Kann das Böse überwunden werden?)
  • Was ist der Mensch?
    • Gedankenwelt (z.B. Wo und was sind Gedanken? Wann und wie denken Menschen?)
    • Denken und Sprache (z.B. Können wir ohne Sprache denken? Können Tiere denken? Können Computer denken?)
    • Grenzüberschreitungen (z.B. Wie begegnet mir das Fremde? Wo ist die Fremde? Wie wird das Unbekannte bekannt?)

Zu der Erprobung eigener Gedanken sowie der Gedanken anderer stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, z.B.:

  • Nachdenken über Fragen und Anlässe im Alltag und der Lebenswelt der Schüler
  • Gedankenexperimente
  • Philosophieren mit Comics, Bildern, Liedern
  • Theatrale Formen des Philosophierens

(A. Enders)

Das Fach Philosophie kann generell ab dem 8. Schuljahr belegt und bis zum Abitur fortgeführt werden.
Philosophie stellt im Oberstufen-Profil „Verantwortliches Handeln“ ein 2-stündiges Profilfach dar.

Autor:

A. Enders, C. Geis, K. Büchel

Letzte Aktualisierung:

5. September 2012

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