Die Profile System Erde – Mensch am Mittelmeer

10 Oktober 2016

Biologie und Geographie lernt und erlebt man am besten in der Natur selber, und so machten wir uns auf den Weg nach Istrien, wo glasklares Wasser an Felsen schlägt, Wälder bis in die Buchten reichen und die Sonne uns einen schönen, warmen Spätsommer geschenkt hat.
Nach langer Fahrt erreichten wir unseren Zielort Pula, einer liebenswerten Stadt an der Südspitze Istriens mit wechselhafter Geschichte, die wir an unserem ersten Tag bei einer nachmittäglichen Stadtführung erkundeten. Die Monumente der römischen und österreichischen Vergangenheit prägen bis heute das Stadtbild, allen voran das römische Amphitheater und der Augustustempel.
Am Nachmittag unternahmen wir einen Ausflug ins nah gelegene Rovinj mit seinen bunten Fassaden, verwinkelten Gassen und seiner mittelalterlich-venezianischen Altstadt, die – auf einer Halbinsel gelegen – bis an die Uferkante reicht.
In den nächsten Tagen erkundeten wir mit Mountainbikes das Kap Kamenjak an Istriens Südspitze, einer von Macchia überzogenen Felslandschaft, die aufgrund ihrer einzigartigen Flora als Naturpark unter Schutz steht. Nach einer anspruchsvollen Tour durch das Schutzgebiet rasteten wir an der Südspitze dieser traumhaften Halbinsel, wo wir das glasklare Wasser der Adria ausgiebig genießen konnten.
Eben dieses türkis schimmernde Wasser und eine vielfältige Unterwasserwelt machen die adriatische Küste vor Pula zu einem Schnorchelparadies, und so begaben wir uns im Rahmen des meeresbiologischen Praktikums in die Adria und erkundeten die artenreichsten Lebensräume des Mittelmeeres: Mit Mollusken, Schleimfischen, bunt leuchtenden Anemonen und Fischschwärmen begegnete uns eine fast unbekannte Welt unter Wasser, deren Schönheit uns tief beeindruckt hat. Der unbestrittene Höhepunkt war das Schnorcheln in der Meeresgrotte, deren besondere ökologische Herausforderungen Tiere und Pflanzen mit faszinierenden Anpassungsstrategien hervorgebracht haben.
Am nächsten Tag fuhren wir zum lang gestreckten Bergrücken des Ucka-Gebirges, wo wir durch den imposanten Canyon Vela Draga wanderten: Bei bestem Wetter bewunderten wir die markanten Felstürme, die die Schlucht flankierten und uns die Anstrengungen der Wanderung gern in Kauf nehmen ließen.
Nach diesen Eindrücken wundert es uns nicht mehr, warum schon die Römer das Klima und die Naturschönheiten Istriens zu schätzen wussten und als Urlaubsziel wählten.